Die Tubellarien fressende Schnecke Chelidonura varians
 
 

 
 

Eine Strudelwürmer fressende Nacktschnecke

 
 

 

 
 

Mehrfach wurde darüber berichtet das die überaus attraktive Nacktschnecke Chelidonura varians (Eliot, 1903) einen der modernen Plagegeister der Riffaquaristik – die Strudelwürmer – auf dem Speiseplan hat. Da diese Schnecken nicht regelmäßig im Handel angeboten werden gestaltetet es sich äußerst schwierig diese biologischen Schädling Bekämpfer zu bekommen.

 
 

 
 

In einem Becken meiner Stellage haben sich leider Strudelwürmer breit gemacht. Diese Art wird maximal 2,5 cm groß und scheint sich von Korallenschleim zu ernähren. Sie ist mindestens dazu in der Lage schon geschwächte Korallen zu schädigen. Bei mir wurden bereits folgenden Korallen besiedelt: Scheibenanemonen (Discosoma und Ricordea), Lederkorallen (Lobophytum, Scarophytum, Cladiella), Steinkorallen (Tubastrea und Alveopora) sowie Xenia. Scheibenanemonen der Gattung Discosoma ziehen sich zusammen wenn der Befall zu groß ist (dies kann in meinem Fall jedoch auch aufgrund der Wasserparameter sein), bei der Cladiella wurden Auflösung Erscheinungen festgestellt. An den jeweiligen betreffenden Stellen waren deutlich mehr Strudelwürmer vorhanden. Ob diese jedoch die Koralle aktiv Schädigen, oder nur sekundär die befallenen Stelle besiedeln kann ich nicht beurteilen. Die Strudelwürmer fallen im Süßwasser Bad sehr schnell ab, dies wird jedoch nicht von allen Korallen gut vertragen. Sterbende Strudelwürmer sondern eine äußerst Toxische Substanz ab, daher ist der Einsatz von Chemie in einem Aquarium sehr bedenklich.

 
   
 

Strudelwürmer auf einer Lederkoralle

Strudelwürmer auf eine Scheibenanemone

 
     
 

Wenn ich meine Schnecke an die Frontscheibe in die Nähe der Strudelwürmer gesetzt habe, hat sie meist schnell auf diese zugesteuert. Die Zunge (Raspula) der Schnecke wird ausgefahren und der Strudelwurm wird gefressen. Die Bilder sind leider nicht 100 % scharf, aber ich denke man kann den Vorgang erkennen. Als die Schnecke auf einer Lederkoralle Planarien fraß konnte ich auch Beobachten das diese vor der Schnecke flüchteten. Ob die gefressenen Strudelwürmer noch Botenstoffe zur Warnung ausgesendet haben, oder ob sie die Schnecke anderweitig „erkennen“ kann ich nicht beurteilen. Die Strudelwürmer haben sich mehrfach sogar auf die Schnecke selber geflüchtet.

 
   
 

Meine Schnecke hat sich bereits nach einigen Stunden des erste mal in eine Art Schleimhülle verpackt und von der Strömung treiben lassen. Unsicher ob die Schnecke in Ordnung ist, habe ich sie eingesammelt und wieder auf das Substrat gesetzt. Dort krabbelte sie dann munter weiter. Nach einiger Zeit hat sie jedoch wieder diese Schleimhülle ausgebildet. Ob der relativ hohe Phosphat Wert (< 1mg/l) der Schnecke nicht behagt hat? Leider war die Schnecke nach drei Tagen verschwunden – natürlich habe ich immer noch Strudelwürmer . Nach den Angaben des Sea Slug Forums wird diese Schnecke bis zu 7 cm groß. Die Tiere die ich bis jetzt im Handel oder bei Tauchgängen gesehen habe waren jedoch alle deutlich kleiner.

 
 

 
 

 

 
     

 

 

 


© Peter Schmiedel     2004                                    Letzte Aktualisierung  02/08/2006