Krabbenaugen Grundel
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Verhaltens Beobachtungen an der Krabbenaugen Grundel (Signigobius biocellatus) |
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Diese Grundel lebt paarweise auf Sandboden bei nur leichter Strömung und kaut den Bodengrund ständig auf der Suche nach geeigneter Nahrung durch. Der "durchgesiebte" Sand wird fast an Ort und Stelle über die Kiemen wieder fallen gelassen. Es erfolgt also keine Verlagerung von Sand auf Korallen etc. Ich konnte meine Grundeln (Paar 1) im Aquarium nie außerhalb der Sandzone beobachten, eines der gepflegten Tiere nimmt jedoch manchmal Algen und Cyano Bakterien von den bodennahen Lebenden Steinen auf. |
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In den ersten beiden Wochen blieb mein erstes Paar nachts einfach auf dem Sandboden liegen. Ich konnte jedoch zweimal in der Nacht eines der Tiere im Freiwasser nahe der Oberfläche finden. Ich gehe davon aus, es wurde von einer Garnele oder dem Schlangestern gestört und flüchtete. Nach zwei Wochen setzten jeweils eine Stunde bevor die Beleuchtung ausschaltete verstärkte Grab Aktivität ein. Zuerst wurden nur kleine Mulden in den Bodengrund gegraben, später versuchten die Tiere Gänge anzulegen order es wurden Steine unterhöhlt. Es sind immer verschieden Stellen an denen die Tiere des Abends ihren Unterschlupf errichtete. Ich gehe davon aus, das sie in der Natur kein festes Revier haben, sondern die Sandflächen durchwandern. Beide Tiere beteiligen sich an dem Bau, eines meiner Tiere ist jedoch weitaus aktiver im Bau. Ca. 70% der Grabungsaktivität wird von diesem Tiere übernommen. Es wird entweder eine Maul voll Sand aufgenommen und im Eingangsbereich ausgespuckt, oder es werden gezielt größere Steinchen herangeschafft. Es ist erstaunlich das diese kleinen Fische auch größere Steinchen hin und her Bewegen um sich ihren Unterschlupf zu bauen. Zum Teil werden sogar Steinchen herangeschafft um ein Höhlendach - in meinem Fall ein flaches Stück lebend Gestein - in der offenen Sandfläche zu tarnen. Das Baumaterial wird aber immer aus der näheren Umgebung geholt. Selten wurden mehr als 10cm dafür zurückgelegt. Sie fangen kurz vor der Dunkelphase an die Höhle zu verschließen, ziehen sich aber erst einige Minuten nachdem das Licht verlöscht ist zurück. Ich konnte Anfangs nicht erkennen, wo die Grundeln denn wirklich übernachten, denn die Höhle war ja verschlossen und die Grundeln waren einige Minuten nach dem verlöschen des Lichtes noch auf dem Boden zu erkennen. 15 Minuten später konnte ich in dem Becken keine Grundel mehr sehen. Wo waren sie hin verschwunden?? Eine Abendsitzung vor dem Becken brachte dann die Auflösung. Nachdem die Beleuchtung erloschen war, dauerte es wenige Minuten bis die Grundeln sich - mit der typisch ruckartigen Schwimmweise - zu ihrer Nachthöhle bewegt hatten. Sie positionierten sich vor dem vorher sorgfältig zugeschütteten Eingang und tauchen nacheinander blitzschnell durch den Sand in das Höhlen innere! Mit einer Geschwindigkeit wie ich es sonst nur von Lippfischen kenne, die sich Nachts im Sand eingraben. |
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Diese Grundel verfügt außerdem über eine interessante Mimikry: Die beiden Augenflecke auf der Rückenflosse und die dunklen Bauch und Afterflossen, sollen die Augen und die Scheren einer großen Sandkrabbe darstellen (Deutscher Name!) (Ellen Thaler hat eine andere Theorie nach der ein Paar Grundel mit den Augenflecken und den schwarzen Bauch und Afterflossen eines in Schatten ruhendem Paares der räuberischen Eidechsenfische ähneln soll) In der Tat sind tagsüber alle Flossen ständig ausgebreitet. Die Grundeln schwimmen mit voll aufgestellten Flossen immer wieder wenige Zentimeter vom Boden senkrecht nach oben und verharrt dort wenige Sekunden. Ein Signal für Artgenossen, das diese Sandzone bereits besiedelt ist ?? Ein "zeigen" der Krabbe?? Und wie passt dieses Verhalten in die Mimikry Theorie von E. Thaler?? Für mich sind hier noch viele Fragen offen. |
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Eine im gleichen Becken befindliche einzelne Amblyeleotris randalli schwamm Anfangs immer mit den beiden durch das Becken. In der dritten Woche blieben die beiden Grundeln plötzlich den ganzen Tag versteckt unter einem Stein. Schnell stellte sich heraus, das die Randalli plötzlich die Freundschaft gekündigt hatte und die Grundeln attackierte. Nachdem die Amblyeleotris randalli umquartiert wurde, waren sie wieder den ganzen Tag zu sehen und aktiv. Es wird daher unbedingt eine ruhige Fischgesellschaft welche die Krabbenaugen Grundel nicht stört oder belästigt empfohlen. Es hat sich auch herausgestellt, das die Grundel eher ein schwache bis mäßige Strömung bevorzugen. Aufgrund der Lebensweise dieser Grundel sollte sie unbedingt Paarweise gepflegt werden. Da diese Tiere - ähnlich wie Anthias - ständig fressen, können sie besondert schnell Hungerschäden erleiden. Derzeit werden sie bei mir mit Artemia Nauplien, gefrorene Artemia, gefrorene Bosmiden, gefroren Mysis und Spriulina Flocken gefüttert. Sie haben schnell gelernt die fetten Brocken auch aus dem Wasser auszunehmen. Beim Kauf sollten nur Tiere erworben werden, die keine eingefallen Bauchlinie haben. Außerdem sollte man sich die Zeit nehmen und Tiere finden, die schon Paarweise schwimmen.Basierend auf einem Bericht über das Fortpflanzungsverhalten dieser Grundel im Mergus Meerwasser Atlas Band 1 gehe ich davon aus, dass auch meine Tiere bereits mehrfach abgelaicht haben! Die bevorstehende Eiablage signalisieren meine Tiere jeweils durch verstärkte Grabaktivität. Sie versuchen im ganzen Becken Gänge im Bodengrund anzulegen. Da dieser in dem Becken nur 3 cm hoch und auch nicht verfestigt genug ist wird letztendlich ein unterhöhlte Steinplatte genutzt. Der Stein wird vollständig mit Bodengrund zugeschüttet, so dass ein mini Berg entsteht. Das fülligere Tiere (Weibchen mit Eiern ??) verbleibt die meiste Zeit des Tages in der geschlossenen (!!) Höhle. Das andere Tier (Männchen??) geht der normalen Futtersuche nach. Sobald das sich außen befindliche Tier eine Störung wittert, bezieht es Position auf dem "Berg". Ob es im Falle einer Störung die Höhle verteidigen würde, oder in die Höhle eintauchen würde wurde nicht ausprobiert. Da ich nicht genau dann füttern kann, wenn beide Tiere außerhalb der Höhle sind und die Grundeln nun wirklich viel Futter benötigen, dürfte es sehr schwer werden dem brutpflegendem Tier ausreichend Futter zu kommen zu lassen. Das ist sicher ein Grund der eine erfolgreiche Aufzucht schwierig machen wird. Eier oder Larven konnten bis jetzt noch nicht beobachtet werden. |
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Leider sprang das Weibchen dieses Paares (Paar 1) im Sommer 03 aus dem offenen Becken und ich erwarb drei neue Tiere um weitere Becken der Stellage mit einem Paar dieser interessanten Grundel besetzen zu können. Im Händler Becken hatten sich zwei Tiere gefunden und eines war abgesondert. Das es unmöglich war nur das Paar (Paar 2) zu fangen erwarb ich alle Tiere. Die drei wurden zusammen in ein Becken gesetzt damit sich das Paar neu finden konnte. Schnell war für mich offensichtlich welche Tiere das Paar bildeten und welches des überzählige Tiere war. Das dritte Tiere war etwas ausgehungert und daher nicht in guter Verfassung. Es wurde daher nicht mit dem verbliebendem Männchen des ersten Paares vergesellschaftet sondern einzeln Untergebracht um es entsprechend aufpäppeln zu können. Nach zwei Monaten hatte sich das Verhalten des neuen Paares (Paar 2) sehr verändert. Ich konnte nur noch ein Tier sehen. Zuerst dachte ich, das die Tiere abgelaicht hätten. Da ich aber nicht die verstärkten Grabaktivitäten wie beim ersten Paar feststellen konnte, wurden diese Tiere genauer beobachtet. Bald wurde klar, das sich die Tiere bekämpfen und das unterlegen Tier keine Chance hatte an Futter zu gelangen. Im weitere Schäden zu vermeiden wurde das schwächere Tiere gefangen und mit der inzwischen aufgebauten einzelnen Grundel zusammengesetzt. Da die einzelne Grundel in einem Becken mit wenig Dekoration war, bestand eine gute Möglichkeit die Tiere ggf. wieder zu trennen. Diese Vorsichtmaßnahme erwies sich aber als unbegründet, denn die beiden Tiere haben sofort harmoniert. Ellen Thaler berichtet auch, das die Farbe der Augenflecken eine wichtige Rolle bei der Geschlechts Erkennung dieser Fische untereinander spielen. Interessanterweise weist das vermutete Männchen dieses neu zusammengestellten Paares (Paar 3) auf einer Seite der ersten Rückenflosse eine Verwachsung auf, welche genau den Augenfleck "verstümmelt". Offensichtlich hatte das Tier zumindest im begrenzten Lebensraum Aquarium keine Probleme die innerartliche Kommunikation entsprechend aufzubauen. Schon nach wenigen Wochen hatte eines der Tiere einen sichtlichen Laichansatz und die bekannten verstärkten Grabaktivitäten konnten beobachtet werden. Ich werde weitere Tiere erwerben um in allem Becken der Stellage jeweils ein Paar zu pflegen. Die derzeit zwei Einzel Tiere - der Mann aus Paar 1 und das dominante Tiere aus Paar 2 - werde auch noch neue Partner bekommen. Da ich das dominante Tiere von Paar 2 auch als Männchen ansehe, wird nicht versucht diese beiden Tiere zu vergesellschaften. Einzeln gehalten Tiere weisen nach meinen Beobachtungen übrigens ein deutlich abweichenden Verhaltensmuster als im Paar gehalten Tiere auf. So graben einzeln gehaltene Grundeln viel weniger und schlafen Nachts meist nicht in Höhlen sondern auf der offenen Sandfläche. |
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© Peter Schmiedel 2004 Letzte Aktualisierung 02/08/2006