Mithraculus* sculptus - eine Valonia Fresser?  

 
 

 

 
 

Nachdem Harald Mülder im Meerwasserforum einen interessanten Link über die Algenfressenden Krabben (Mithraculus sculptus) gepostet hatte wurden diese auch in Belgien angeboten. Da der Bericht interessant war, entschloss ich mich einmal diese Krabben zu beobachten. Derzeit Pflege in einem Becken (120*40*40) meiner kleinen Anlage fünf dieser Krabben. Das Becken teilen sie sich mit drei Zwergkaisern, einem Paar Krabbenaugen-Grundeln, einem Paar Leierfische, einem Paar Schwerengarnelen (Stenopus tenuirostris), zwei Lysmatha wurdmani und einer Seenadel. Der Besatz Korallen besteht überwiegend aus Weichkorallen, Scheibenanemonen, Krustenanemonen und Röhrenkorallen. Eine Platten förmig wachsende Monitpora mit blauen Polypen, eine Tubastrea und eine Blastomussa merleti runden das Bild ab.

 
 

 
 

Sofort nach dem Einsetzen viel auf das die Krabben nicht gleich nach Deckung suchten, sondern erst mal eifrig den Mikroalgenbelag der Lebenden Steine abweideten. Dazu werden die Tellerförmig verdockten "Finger" der beiden großen Scheren genutzt. Die abgeweideten Stellen haben anschließend eine helle Farbe und sehen aus als hätte der Pfleger sie mit der Zahnbürste abgeschrubbt. Eines der Tiere vertilgt auch die leere (!!) Hülle einer Valonia. Höhere Rot und Braun Algen werden ebenfalls angefressen, jedoch schien mir das eher als ein Test auf Essbarkeit. Nach fünf Wochen konnte in dem Becken kein Rückgang der wenigen Valonia Algen festgestellt werden. Ich will nicht ausschließen, das die von mir gepflegten Krabben auch die Kugelalgen fressen, jedoch sicherlich nicht als bevorzugte Nahrung. Diese Krabbe als Mittel gegen Valonia anzupreisen kann ich daher nicht vertreten. Anmerken möchte ich noch das es sich bei meinem Valonia überwiegend um die längliche Form handelt. Aber auch einige der runden Form werden nicht weiter beachtet. Da auch nach einigen Monaten keine der Kugelalgen angerührt wurden, kann man mit Sicherheit sagen das diese Krabben nur Aufwuchs abgrasen und ab und zu auch vor höheren Rot, Braun und Grünlagen als Beilage nicht halt machen.

 
 

 
 

Obwohl sie sich sicher weitestgehend herbivor ernährend, werden gefrorene Artemia salina auch gerne gefressen. Angespornt von den positiven Beobachtung entschloss ich mich weitere Tiere zu erwerben und davon auch einige in mein Hauptbecken zu setzen. Nach einigen Tagen habe ich erschreckt festgestellt das diese Krabben sich gerne in den Ästen verzweigter Steinkorallen (Stylophora, Acropora, Seriatopora) aufhalten. Natürlich wurden die Krabben und die Korallenstöcke darauf hin genau beobachtet. Ich konnte jedoch keine Schädigung oder Belästigung der Korallen gefunden werden. Auch Sabine Mülder (pers. Mitteilung) konnte dieses Verhalten feststellen und keine Schädigung erkennen.  Eine Amerikanische Website erwähnte dagegen das sich diese Krabben ggf. an Korallen vergreifen. Robert Baur-Kruppas (pers. Mitteilung) meinte anfänglich sein Krabben würden an den Polypen einer rötlichen Montipora digitata zupfen, konnte aber später feststellen das die Krabben wohl doch nur Algen oder Mikrobeläge abgeweidet hatten da auch langfristig keine Schädigung an dem Korallenstock zu erkennen war. Diese schönen dunkel grünen Krabben sind auch tagsüber oft zu sehen und daher überaus Interessante Bewohner für eine Meerwasser Aquarium. Ich werde über die weiteren Erfahrungen berichten..

 
       
 

Herzlichen Dank an Sabine und Harald Mülder für den Gedankenaustausch und die Genehmigung die tollen Bilder zu verwenden.

 
     
  * Nach dem Buch "Wibellose" von Julian Sprung wurde die Gattung Mithraculus kürzlich von der Gattung Mithrax abgetrennt da die Vertreter der Gattung Mitrax deutlich größer werden.  

 

 

 

 


© Peter Schmiedel     2004                                    Letzte Aktualisierung  17/04/2006