Die perfekte Baggergrundel
 
 

 
 

Beobachtungen der Baggergrundel Valenciennea wardi

 
 

 

 
 

Im November 2003 konnte ich glücklicherweise bei einem Händler ein Paar dieser selten angeboten Grundel erwerben. Nach dem Umstellung des Hauptbeckens auf Korallensand wurde es auch dringend nötig das der Sand ab und an umgeschichtet wurde. Eigentlich wollte ich auch in dieses Becken ein Paar Krabbenaugen Grundeln (Signigobius biocellatus) setzen. Die starke Strömung von 32.000 Liter / Stunde wäre für diese Fische aber sicherlich zu stark gewesen. Selbst die ca. 10cm großen V. wardi scheinen weniger Strömung zu bevorzugen.

 
 

 
 

Da die neuen Grundeln sofort nach dem Einsetzen versucht haben sich eine Höhle im Sand zu graben und nicht versuchten einen Stein zu unterhöhlen, gehe ich davon aus das diese Grundel überwiegend in der Sandzonen lebt. Da das Becken nur über eine ca. 4cm hohe Schicht Korallensand verfügt war dies jedoch nicht möglich. Während der ersten beiden Nächte waren die Tiere sehr sehr schreckhaft und versuchten sogar herauszuspringen. Daher wurde den Grundeln nach zwei Tagen ein Stein Angeboten, welcher bereits eine Höhle bildete. Dieser wurde am nächsten Tag auch sofort angenommen und die Grundeln begannen Sand aus der Umgebung zu beschaffen um die Höhle weiter zu vervollständigen und zu tarnen.  Leider wurde dieser Stein schnell von einem meiner Cromis viridis Männchen als ideales Laichsubstrat auserkoren und die Grundeln wurden permanent von dem Riffbarsch attackiert. Als die Flossen der Grundel schon beschädigt waren wurde der Stein wieder entfernt und die inzwischen etwas eingewöhnten Grundeln mussten sich selbst einen neuen Unterschlupf suchen.

 
   
 

Die Grundeln hatten ihre Scheu verloren und fingen an jeden Stein meiner Dekoration auf "Unterhöhlbarkeit" zu prüfen. So wurden nach und nach die Reste meines groben Korallenbruchs die ich nicht entfernt hatte zum Vorschein gebracht. Dabei wurden natürlich auch weitere Mengen an Detrius aufgewirbelt. Da nur selten und wenn dann nur wenig Bodengrund vor der Höhle aufgehäuft wird, besteht keine Gefahr das diese Grundel im Bodenbereich befindliche Korallen zugeschüttet. Bei Gefahr wird sofort in die Höhle geflüchtet und zum Teil dafür auch vollständig in den Sand eingetaucht. Wie auch schon meine Krabbenaugen Grundel so beziehen auch die V. wardi nicht jeden Tag die gleiche Höhle. Ich vermute daher auch hier das die Grundeln entweder gar kein Revier bewohnen oder sich innerhalb eines entsprechend großen Reviers täglich neue Höhlen bauen. Die Nahrungssuche im Bodengrund könnte im Freiland eine nomadische Lebensweise durchaus nötig machen.

 
   
 

Fühlen sich meine Grundeln von anderen Fischen bedroht neigen sie ihren Körper ca. 45 Grad zur Seite und zeigen die Augenflecken auf der Rückenflosse. Der erste Augenfleck auf dem vorderen Teil der Rückenflosse ist gut als solcher zu erkennen. Der zweite befindet sich an der Rückenflossen Basis und geht zum Teil auf den Körper über. Was diese beiden Flecken, der Augenfleck ähnlich Punkt im oberen Teil der Schwanzflosse und die kontrastreiche Zeichnung darstellen sollen konnte ich bis jetzt noch nicht ergründen. Nach wenigen Wochen waren alle Schmieralgen auf den Bodenbereich verschwunden, denn auch wenn diese Grundel weniger aktiv "baggert" als andere Vertreter der Gattung hält sie den kompletten Bodenbereich meines Hauptbeckens sauber. Bald hatten die Grundeln auch gelernt alle Arten von Frostfutter auch aus dem offenen Wasser zu erhaschen.

 
   
 

Ähnlich wie die Krabbenaugengrundel scheint auch Valenciennea wardi sehr gut für das Korallenriff Aquarium geeignet zu sein, denn der aufgenommen Sand wird über die Kiemen an Ort und Stelle wieder abgelassen. So das keine Korallen im bodennahen Bereich mit Schüttgut überhäuft werden.

 
     

 

 

 


© Peter Schmiedel     2004                                    Letzte Aktualisierung  02/08/2006